Trakl Gedichttafel „Die schöne Stadt“ Geburtshaus, Waagplatz

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© Salzburg Research
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Wo? Im Hof ist eine schriftkünstlerisch gestaltete Bronze-Tafel mit dem Gedicht „Die schöne Stadt“ zu sehen.

Trakl hat in diesem Gedicht Eindrücke verarbeitet, die er vom Fenster seines Kabinettes im Wohnhaus am Mozartplatz aus aufnehmen konnte. Das Gedicht entstand aber in Wien.

Die Eltern Georg Trakls übersiedelten 1879 mit dem Sohn Wilhelm aus der ersten Ehe des Vaters von Wiener Neustadt nach Salzburg. Sie bezogen zunächst kurzzeitig zwei Wohnungen am rechten Salzachufer und zogen im Herbst 1885 in das „Schaffnerhaus“ am Waagplatz, wo Georg am 03. Februar 1887 als viertes Kind seiner Eltern Tobias und Maria zur Welt kam. Er verbrachte im 1. Stock des zur Salzach hin liegenden Traktes seine ersten sieben Lebensjahre.

Heute ist hier die Forschungs- und Gedenkstätte der Salzburger Kulturvereinigung untergebracht, wo Dokumente zu Leben und Werk gesammelt und ausgestellt werden.
Sie ist im Rahmen von Führungen zugänglich. © Internationales Trakl-Forum der Salzburger Kulturvereinigung. F.d.I.v.: Dr. Hans Weichselbaum (Hrsg.): Georg Trakl: Die ‘Salzburg’-Gedichte.

Audio_Icon Audiospur: Gedicht „Die schöne Stadt“ – gelesen von Gernot Rath

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Die schöne Stadt

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© Salzburg Research
Alte Plätze sonnig schweigen.
Tief in Blau und Gold versponnen
Traumhaft hasten sanfte Nonnen
Unter schwüler Buchen Schweigen.

Aus den braun erhellten Kirchen
Schaun des Todes reine Bilder,
Großer Fürsten schöne Schilder.
Kronen schimmern in den Kirchen.

Rösser tauchen aus dem Brunnen.
Blütenkrallen drohn aus Bäumen.
Knaben spielen wirr von Träumen
Abends leise dort am Brunnen.

Mädchen stehen an den Toren,
Schauen scheu ins farbige Leben.
Ihre feuchten Lippen beben
Und sie warten an den Toren.

Zitternd flattern Glockenklänge,
Marschtakt hallt und Wacherufen.
Fremde lauschen auf den Stufen.
Hoch im Blau sind Orgelklänge.

Helle Instrumente singen.
Durch der Gärten Blätterrahmen
Schwirrt das Lachen schöner Damen.
Leise junge Mütter singen.

Heimlich haucht an blumigen Fenstern
Duft von Weihrauch, Teer und Flieder.
Silbern flimmern müde Lider
Durch die Blumen an den Fenstern.
(Georg Trakl)


Persönliche Erinnerung

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